Sonntag, 14. Dezember 2008

Ein letztes Mal....



Mein letzter Tag hier in Joensuu. Mein Koffer steht offen im Zimmer und wartet gepackt zu werden, mein Zimmer wird leerer und leerer und eigentlich ist das schon alles sehr traurig. Obwohl ich mich natürlich auch auf Daheim freue. Vor allem auf Weihnachten, die haben hier nicht mal gescheite Weihnachtsmärkte.
Gestern war die erste große Abschiedsparty und da ist es zum ersten Mal greifbar geworden, dass ich wahrscheinlich den großteil der Leute hier nie mehr wieder sehen werde. Aber was soll's, so ist das Leben. Der letzte Eintrag besteht vor allem aus Fotos, zu sagen hab ich nicht mehr viel. Morgen fahre ich mit Katleen zu Lucia nach Helsinki und Donnerstag sitz ich im Flieger heim.
Moi moi suomi!














Montag, 8. Dezember 2008

Weihnachtszeit und Joulupukki



Ich war in letzter Zeit nicht viel zuhause, das entschuldigt vielleicht, warum sich auf meinem Blog nichts Neues tut. Die Weihnachtszeit beginnt hier schon früh. Am 23. Novemeber hatten wir schneesturm hier in Joensuu. Trotzdem kam Joulupukki (= Weihnachtsmann) mit seiner Frau hierher. Kleine Kinder haben in Eiseskälte eine halbe Stunde lang auf der Bühne Weihnachtslieder gesungen und es waren erstaunlich viele Leute da, aber die Finnen sind das wahrscheinlich gewöhnt. Wir haben dann nach dem Feuerwerk auch noch Santa und seine Frau um ein Foto gebeten.
Am nächsten Wochenende war es aber dann gleich wieder richtig warm, das heißt Plusgrade und keine Strumpfhose zum Radfahren und ich bin wieder mal nach Helsinki gefahren, um das Wochenende mit meinem Besuch aus Linz zu verbringen. Lena und Maria und 2 ihrer Freundinnen sind nämlich zu mir gekommen. Wir hatten furchtbares Wetter, Regen die ganze Zeit und deswegen waren wir jetzt eigentlich doch nicht so viel Sightseeing. Die Rock Church und das Olympia-Stadium standen am Programm und am Sonntag waren Lena, Maria und ich in der deutschen katholischen Messe. Dort unten im Pfarrsaal haben wir dann beim Hinausgehen etwas bekanntes aus der Heimat entdeckt. Am Samstag waren wir auf der Festungsinsel Suomenlinna, da dort die Christmas Season mit Kanonenschuss eröffnet wurde. Es gab auch einen Weihnachtsmarkt, der aber im Vergleich mit unseren Weihnachtsmärkten enttäuschend klein war. Ich bin schon gespannt wie der in Helsinki aussehen wird. Am Montag habe ich de Mädls wieder in den Bus zum Flughafen gesetzt und bin selbst wieder die 5 Stunden Zug in die Heimat gefahren.
Und Dienstag abend habe ich dann bei Katleen in der Innenstadt von Joensuu geschlafen, da wir um 3 Uhr in der Früh nach Lappland aufgebrochen sind. Wir hatten anfangs wirklich schlechte Straßenverhältnisse und es hat geschneit und dann bemerkte Marlois auch noch nach ca. 40 Minuten Faht, dass sie ihre Jacke zuhause vergessen hatte. Wir konnten sie gottseidank überzeugen, dass es blöd wäre noch mals umzukehren und so sind wir weiter nach Oulu gefahren. Dort ein kurzer Stadtrundgang und dann weiter nach Tornio, um kurz über die Finnisch-Schwedische Grenze gehen zu können. Leider haben wir nirgends ein Schild gefunden, auf dem Willkommen in Schweden oder so etwas Ähnliches steht, aber es war dann gleich nach der Grenze ein Ikea, den wir dann eben als Ersatz fotografiert haben.
Als wir dann endlich so gegen halb fünf in Rovaniemi ankamen, wollten wir nur noch in unser Cottage. Wir haben es auch gleich gefunden und es war ganz toll. Die Cottages hier sind immer mit Bad, Flachbildfernseher und Küche mit Mikrowelle und Kaffeemaschine ausgestattet, richtiger Luxus. Für 6 Uhr hatten wir die Sauna gebucht, was gerade das richtige war, nach einem langen Tag Autofahren. Und wie richtige Finnen, und wenn wir schon die Möglichkeit dazu hatten, haben wir auch mal ausprobiert wie es ist, sich zwischen den Saunagängen im Schnee zu wälzen. Also ich muss ehrlich zugeben, dass ich den See besser fand, aber es war eigentlich auch ganz angenehm.
Am nächsten Tag habe ich dann Lucia vom Bahnhof geholt (40 Minuten zu spät, weil ich verschlafen hatte :-( ) und dann sind wir in die Santa Clause Village gefahren. Kommerz pur, aber Santa's official post office war nett, da man dort ein paar der Briefe sieht, die jährlich an den Weihnachtsmann geschrieben werden. Einer war nur adressiert mit "Père Noel, Finlande" und ist trotzdem angekommen. Als wir dann den echten Santa Claus getroffen haben, war es etwas awkward. Ich rate jedem doch ein kleines Kind mitzunehmen, da der Weihnachtsmann, außer einiger "Hohohos" eigentlich nicht viel zu sagen hatte. Wir haben ihm dann noch beigebracht, wie man Frohe Weihnachten auf Holländisch sagt, falls mal Holländer vorbeikommen, aber dan haben wir ziemlich schnell die Flucht ergriffen. Katleen und Lucia waren dann noch in der Weihnachtsaustellung und Marlois und ich auf der Huskyfarm, aber ohne Huskyschlitten fahren, denn natürlich ist dort alles gleich wieder wahnsinnig teuer.
Schon am Freitag hieß es dann wieder das Cottage räumen und sich auf den langen Weg heimwärts zu machen. Wir haben uns dann auch noch verfahren und sind auf etwas kleineren Straßen gelandet, wo alles tief verschneit war. Die Landschaft dort war wunderschön, denn es sah alles so richtig winterlich aus. Wir hatten ja wahrscheinlich die wärmsten Dezembertage in Lappland erwischt, denn beim trip der student Union 2 Wochen früher hatten sie -15 Grad und bei uns waren es nur -2. Gut für Marlois, die sich zwar von Lucia eine Jacke ausgeborgt hatte, aber die für Fotos immer auszog, damit keiner merkt, dass sie so blöd war ihre Winterjacke nicht nach Lappland mitzunehemen. Und noch etwas gutes hatten die kleinen Straßen, wir haben endlich Rentiere gesehen. Und wie alle gescheiten Lebewesen hier in Finnland tragen auch sie Reflektoren!
Wahrscheinlich war das jetzt mein letzter Eintrag hier in diesen Blog, außer mich überkommt es nochmal über Abschiedsparties zu schreiben. Diese Woche muss ich lernen, da ich am Freitag mein letztes Exam habe und am Montag geht es schon ab nach Helsinki. Dort erträgt Lucia mich wieder mal für ein paar Tage und in 10 Tagen bin ich schon wieder zuhause. So schnell kann's gehen ;-)

Freitag, 21. November 2008

Tervetuloa Suomessa! Willkommen in Finnland!


Aber jetzt so richtig! Seit Samstag Nacht schneit es fast ununterbrochen und inzwischen ist alles weiß. Der ewigen Regen hat aufgehört und wir haben nicht mehr 4°, sondern -4°. Endlich kann ich meine dicken Pullover, Strumpfhosen und Thermo-Unterwäsche anziehen und am Sonntag kommt Santa Clause nach Joensuu. Da wird auch die Weihnachtsbeleuchtung zum ersten Mal eingeschaltet und es gibt einen Markt mit local handicrafts und hoffentlich heißem Glöggi.
Bei mir hat sich in den letzten 2 Wochen nicht sehr viel getan. Ich sollte eigentlich für mein book exam am 12. Sezember lernen, aber ich finde mir immer etwas Besseres zu tun. Am Dienstag als ich zum ersten Mal mit meinem Rad in den Schnee hinaus musste, hab ich in der Früh etwas gejammert und dann hat das Rad bei der Uni gleich einen Patschen gehabt. Ich hab es am Mittwoch aber gleich in der Werkstatt reparieren lassen und fahre fleißig meine ca. 8km bei Straßen voller Schnee und Minusgraden. Andere lassen ihr Fahrrad da lieber stehen.
Heute Mittag war ich mit Katleen und Marlois fast 2 Stunden lang mit dem Rad im Schnee am See, bis wir fast erfroren sind. Gerade Marlois war begeistert, weil es in Holland anscheinend nie so viel Schnee gibt. Die ersten LAngläufer sind auch schon unterwegs und wir haben ein paar tolle Fotos gemacht. Wer sich durch alle kämpfen will, kann wieder auf den Link "Meine Fotos" gehen. Außerdem haben wir dann noch unsere Reise nach Lappland geplant, die ja auch bald am Kalender steht. Nächstes Wochenende bin ich noch in Helsinki und zeige meinem Besuch aus Linz (Lena und Maria Regina mit 2 Freundinnen) meine jetzige Hauptstadt. Wenn ich am Dienstag heimkomme, geh ich zur Uni und in der Nacht fahren wir mit dem Auto los nach Lappland. Da wirds dann noch ein bissl kälter und nachdem Marlois den Autovermieter so angeflirtet hat, bekommen wir das Auto richtig billig. ;-) Aber eigentlich muss ich ja gar nicht mehr nach Lappland, nachdem der Weihnachtsmann am Sonntag eh in Joensuu ist, aber vielleicht hat er ja Rudolph nicht mit.
Ich wünsch euch daheim auch bald Schnee. Das ist soooo schön!!

Dienstag, 11. November 2008

But I don't want the Beatles inside!

Matrjoschkas bekommt man nämlich in St. Petersburg in allen Farben und Formen. Eben auch mit den Beatles oder mit russischen Präsidenten. Stalin war die kleinste Figur, kaum mehr erkennbar. Außerdem haben wir bei einem Souvenirstand ein Schachspiel gesehen, bei dem die Bauern der einen Seite russische und die der anderen Seite amerikanische Präsidenten waren. Wenns nicht so teuer gewesen wäre, hätte es eine der Deutschen fast gekauft.
St. PEtersburg wäre ja eigentlich gar nicht so weit weg, doch trotzdem haben wir fast 11 Stunden mit dem Bus gebraucht. Erstens war in Joensuu um 6 Uhr in der Früh Glatteis, dann darf man in Finnland auch auf schnürlgraden Straßen mitten in der Pampa nur 80 km/h fahren. Außerdem muss der Busfahrer gesetzlich vorgeschrieben einige Pausen machen und dann ist man an der Grenze. Einmal aussteigen und den Pass den Finnen zeigen, dann weiterfahren. Dann einen Russen einsteigen lassen und ihm zeigen, dass jeder einen Pass mithat, dann weiterfahren. Dann bei den Russen aussteigen und sich anstellen. Dann den Russen den Pass und das Visum zeigen und sie mindestens eine Minute was in den Computer eintippen lassen und dann einen Stempel bekommen. Dann weiterfahren. Dann einen Russen einsteigen lassen und ihm zeigen, dass eh jeder einen Stempel in seinen Pass bekommen hat. Der Reiseleiter war in unserem Bus, er hat das Unternehmen gegründet, dass diese Studentenreisen nach Russland organisiert und hat uns viel über Wodka und Party erzählt. "Welcome Joensuu Party People!"
In St. Petersburg waren wir in einem riesigen 3 Sterne Hotel, gleich neben MacDonalds und einem finnischen Supermarkt. Die Zimmer waren schön, nur das Wasser etwas braun und stinkig, aber wir hatten sogar einen Fernseher im Zimmer. Und dann ging das Programm gleich los. Sarah und ich hatten uns für das Russian Dinner eingetragen und ich muss sagen, das Essen war gut. In einem Restaurant hätte ich nicht gewusst, was ich echt russisches bestellen sollte. Den anderen ist es so ergangen, die waren am ersten Abend essen, in einem Restaurant, in dem niemand Englisch konnte. Nach langen Gesprächen mit Händen und Füßen haben sie alle Fleisch bekommen. Aber sonst nichts, anscheinen muss man in Russland Beilagen extra bestellen! Bei unserem Russian Dinner waren russische Folklore Showeinlagen dabei, etwas peinlich touristisch, aber nach genügend Wodka fanden wir auch deren Spiele lustig. Am nächsten Tag wieder Sightseeing, Katharinen Palast und Cathedral of Spilled Blood. Abends dann Bootsfahrt auf der Neva mit Soviet Champagne. Am nächsten Tag dann Peter und Paul Festung und St. Isaac's Cathedral und dann noch Heremitage und dann waren wir so gut wie tot. Nachts dann noch Nightclub und am Sonntag zu mittag ging es schon wieder zurück nach Joensuu. Mir ist das alles etwas zu schnell gegangen, so dass ich gar nicht viel über die Stadt sagen kann. Ich kann nicht mal sagen, ob sie mir gefallen hat. Eigentlich glaube ich, dass sie mir gefallen könnte, wenn ich mehr Zeit dort verbringen würde. Die Gegensätze dort sind schockierend. Bei der Einfahrt sieht man Viertel, die nur voll sind mir riesigen scheußlichen Wohnblocks, die sogenannten Sleeping Quarters. Es gibt dort nichts außer Wohnungen, die Leute schlafen dort nur und verbringen das restliche Leben in der Stadt. Alles sieht etwas ärmlich und heruntergekommen aus und dann ist man in den Palästen und kann sich vor lauter Gold kaum retten. Dort sieht man Luxus pur und die ganzen Gemälde in der Heremitage, man könnte dort Wochen verbringen!
Was sonst noch dort passiert ist: Wir waren in eine Rauferei mit einer besoffenen Russin vor einem Nightclub verwickelt, unser Bus wurde fast von einem Zug gerammt und Sarah und ich haben die unfreundlichste Supermarkt Kassiererin der Welt getroffen. Außerdem war es noch ein Abenteuer vom Nightclub nachhause zu kommen, da in St. Petersburg jedes Auto ein potenzielles Taxi ist. Man sagt dem Fahrer einfach, wo man hin will und wieviel man zu zahlen bereit ist und man wird mitgenommen. Hier haben uns meine spärlichen Russisch Kenntnisse weitergeholfen und wir sind sicher ins Hotel gekommen. Bei der Rückfahrt hatten wir Glück, da nicht unser ganzes Gepäck von den Finnen durchsucht wurde, sondern nur die Russen wieder mindestens viermal unsere Pässe und Stempel sehen wollten. Das hat uns Zeit gespart, obwohl die Busfahrt trotzdem wahnsinnig lang und anstrengend war. Auf der Heimfahrt haben wir noch Halt in Viipuri/Vyborg gemacht. Einst eine der schönsten mittelalterlichen Städte Finnlands gehört es nun zu einem der ärmsten Teile Russlands-Russisch Karelien. Die einstige Schönheit kann man nur noch erahnen, doch die Finnen halten die Erinnerung an "ihr" Viipuri aufrecht.
HEute früh hatte ich wieder mal ein exam und morgen nutze ich endlich, um mich von der Reise zu erholen. Muss das ganze mal verarbeiten, aber ich war jetzt in Russland und im Rückblick und beim Fotos anschauen denke ich, dass es schon eine schöne Stadt ist. Auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man die Einreiseschwierigkeiten in Kauf nimmt. Und ich habe einen Vorarlberger und einen Linzer im Hotel getroffen, die studieren in Lapeenranta, einer finnischen Stadt gleich an der Grenze und waren mit den Lapeenranta Party People in St. Petersburg. Ach ja, die restlichen Fotos gibts beim link "Meine Fotos" links oben, der jetzt eigentlich funktionieren sollte.
До свидания