Montag, 22. September 2008

Ymmärrätkö sinä suomea? Verstehst du Finnisch?

Ich muss die Frage mit Nein beantworten. Finnisch ist eine seltsame Sprache, wie einiges in diesem Land. Was ich gut finde ist, dass man hier sein Geschirr nicht abtrocknen muss. Der Kasten über der Abwasch besteht nur aus Gitterbrettern, wo das Geschirr dann munter vor sich hin tropft. Man fährt hier überall auf dem Gehsteig Rad und das ist offiziell so, sogar die Schilder mitten in der Stadt weisen den Gehsteig auch als Radweg aus. Hier wird wahnsinnig viel Milch getrunken, in der Mensa gibt es neben Wasser und Verdünnsaft auch noch irgendetwas komisches braunes Vergorenes und drei verschiedene Arten Milch. Find ich ja eigentlich ganz gut, ich trink auch gern Milch, nur muss man sich erst daran gewöhnen, dass es hier nur Fettfreie Milch gibt. Wenn man Glück hat auch noch 1,5% Fett. Es gibt hier Würstl der Marke Wilhelm und Würste für Hunde der Marke Hubert. Chips gibt's in Riesenpackungen (Megapussi) und Käse ist teuer.
So, jetzt für Trixi etwas über die Uni. Es ist eine Campus-Uni, also alles sehr nahe beieinander. Es gibt in jedem Gebäude eine Mensa oder eine Cafeteria, dafür keine Kaffeeautomaten, wie bei uns. Es stehen eine Unmenge von Rädern überall herum, weil Joensuu so ausgebreitet ist, dass man eigentlich nur mit dem Rad gscheit herumkommt. Letzte Woche hatte ich meine ersten 2 richtigen Kurse, neben Finnisch. Beide sind vom Institut Karelia, Russia and the Baltic Area. Der eine ist allgemein über diese GEgend hier, also Nordkarelien und es halten ihn verschiedene Guestlecturer. Der letzte Woche, wirkte, als wäre er an die 100 Jahre alt, war vom Geschichteinstitut und hat ganz schlecht Englisch gesprochen. Es war echt schwer etwas mitzukriegen, aber morgen sollte es besser werden, weil da der Chef redet und der kann gut Englisch. Er erzählt uns dann was über die Geschichte von Joensuu. Für den andern Kurs sind wir immer im Natura Gebäude, wo die Biologen ihren Stammsitz haben und dort sieht es so aus:
Letzte Woche war dort auch eine Schulklasse auf Biologieausflug oder so. Das Wochenende hab ich auch super verbracht, ich war nämlich Kirchen testen. Samstag abend war ich in der orthodoxen Kirche im Abendgebet. Sehr interessant und wir glauben, dass es in Finnisch war, da wir manche Worte verstanden haben. Mit viel Weihrauch und Klimbim, gut, dass ich das schon zum Teil aus Belgrad gekannt habe. Gerade als wir nach einer Stunde gehen wollten, ist es dann echt spannend geworden, weil ein neuer Mann mit so einer Art Krone und goldenem Gewand herausgekommen ist. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Sonntag um 11 Uhr war ich dann in einer Messe in der Pentecoastal Church. Dort wird alles über Kopfhörer auf Englisch simultan übersetzt. Trotzdem muss ich sagen, dass es nicht unbedingt meine Art von Gottesdienst war. Zuerst ganz nett, weil eine Frau eine Geschichte über Adler erzählt hat und das auch irgendwie theatralisch dargestellt hat mit Nest bauen und so. Dann haben wir lange gebetet, dass es den Kindern in der Bible School gut gehen soll und wir haben sie mit Applaus hingeschickt. Danach hat einer eine Predigt über den Hl. Geist gehalten, be der er in einer halben Stunde 3x zu weinen begonnen hat. Als er sich nach einer halben Stunde entschuldigt hat, dass er nur so kurz gesprochen hat, war ich eigentlich ganz froh darüber. Und wenn man dann gemeinsam betet, singt der Chor und jeder schreit sein eigenes Gebet in seiner eigenen Sprache und fuchtelt wild mit den Armen. Katholische Gottesdienste gibt's hier nur einmal im Monat in der orthodoxen Kirche, also mal sehen, wo es mich als nächstes hinverschlägt.
UNd obwohl der Eintrag schon wieder so lang ist doch noch ein seltsames Erlebnis mit Finnen. Letzte Woche war große Back to School Party (Universität wird hier allgemein mit School bezeichnet). In dem Club gab es auch einen Teil mit Karaoke Bar, wohin wir uns dann zurückgezogen und unsere Finnischkenntnisse durch Mitsingen finnischer Lieder aufgebessert haben. Auf dem Foto oben sieht man dann unseren Auftritt zu "We are the Champions". Auf jeden Fall kam dann der erste schwarz angezogene Typ mit schwarzen langen Haaren auf die Bühne und hat angefangen zu einem Lied zu brüllen. KEine Ahnung, wie man diese Stilrichtung genau nennt, Heavy Metal, Death Metal irgendetwas in diese Richtung. Und drei Lieder später der Nächste. Soweit ich weiß, würden solche Leute bei uns nie im LEben in Karaoke Bars gehen und ich bezweifle auch, dass solche Lieder bei uns im PRogramm sind, aber es gibt ja auch ein eigenes Singstars für Finnen, vielleicht sind dort solche Lieder drauf. Und es gibt eine IKEA Edition für das Computerspiel "Die Sims".
Anteeksi, dass es wieder so lang geworden ist, aber dafür schreib ich ja nicht so oft :)

Sonntag, 14. September 2008

Finns are shy, but they don't have a problem with being naked! (aber nur in der geschlechtergetrennten Sauna)


Terve! Hallo!
Also was hat sich seit dem letzten Mal getan? Ich war bei der Get-to-know-eachother Party in der ominösen "Villa". Das ist ein Haus am See, das man sich mieten kann um Parties zu feiern. JedeR bringt seinen/ihren eigenen Alkohol, man läuft in Socken oder Hausschuhen herum und trifft neue Leute. Nächste Woche ist dort die Party des Geografieinstituts. Die Studierenden, die ich kenne sind schon ein bissl nervös, weil vorher mixed Sauna mit dem Institutsvorstand angesagt ist. An dem Institut sind alle per du, trinken miteinander und feiern Parties. Wer könnte sich bei uns vorstellen mit dem Institutsvorstand nackt in die Sauna zu gehen? Vor der Party war das Finnish Friend Meeting, wo wir uns vorher anmelden mussten und dann unseren finnischen Freund zugeteilt bekommen haben. Ich hätte mir ja sehr eine Familie gewünscht, die mich zum Essen eingeladen hätten und auf Ausflüge mitgenommen hätten, aber ich bin mit meiner auch zufrieden. Habe eine Studentin, Saara, ungefähr in meinem Alter bekommen. Mal schaun, was wir so miteinander machen.
Am Freitag hatte ich dann Glück und hab den letzten Platz für den Ausflug nach Ilomantsi ergattert. Marloes ist krank und hat mir ihren Platz gegeben und jetzt war ich mit 8 Tschechen, 4 Deutschen, 2 Litauerinnen und einer Niederländerin das Wochenende über in ein paar Cottages am See. Wir sind am Freitag zu neunt mit dem Bus hingefahren, ein trostloses Kaff mit 6000 Einwohnern an der Grenze zu Russland, und der Rest ist mit 2 Autos und unserem ganzen Gepäck unterwegs gewesen. Vom Busbahnhof in Ilomantsi waren es dann ca 10 km zu Fuß bis zu den Cottages. Gottseidank mussten wir unser Gepäck nicht schleppen, denn für manche war es ohne schon fast zu weit. Die Cottages waren purer Luxus. Jedes mit eigenem Fernseher, Küche, Bad und zwei davon mit eigener Sauna. Am Samstag Sind wir dann in einen der kleinsten Nationalparks Finnlands, Petkeljärvi National Park, gefahren. Wir sind dann zu viert schon mal ca. 4 km gegangen, um zu dem Treffpunkt beim Restaurant zu kommen, wo sich dann die Hälfte der Gruppe für die kleine Runde (8 km) und die Heimfahrt mit dem Auto entschieden hat. 6 Tschechen und ich sind übriggeblieben und haben uns auf den ca. 15 km langen Heimweg gemacht. Gut, dass es hier im Seengebiet so flach ist. Wir sind auf kleinen Waldwegen zwischen Seen herumgelaufen und haben ganz viele Heidelbeeren, Preiselbeeren und Himbeeren gegessen. Außerdem ist das hier ein Paradies für alle Schwammersucher. So viele Fliegenpilze, auch in Joensuu selbst, habe ich überhaupt noch nie gesehen. Nach 6 Stunden Wanderung waren wir hungrig und erfroren wieder zurück, doch Gottseidank hatten die andern schon die Nudeln aufgestellt und die Sauna eingeheizt. Ich hab nämlich an diesem Wochenende zum ersten Mal die finnische Sauna ausprobiert (war überhaupt erst das 2. Mal in meinem Leben in der Sauna, obwohl ich im KHG Linz wohne), und wenn schon, dann haben wir es gleich richtig gemacht und sind nach dem 2. Saunadurchgang in den See gesprungen. So, ich werd mir jetzt zum Aufwärmen Tee kochen, versuchen die Anleitung auf der finnischen Packerlsuppe zu entziffern und dann Vokabel lernen. Ich habe am Dienstag schon Vokabeltest und außerdem geht es ab Dienstag richtig mit der Uni los. Es fangen 2 weitere Kurse an, Seminar on Finland between East and West, wo wir vor allem über Finnland und Karelien lernen (Geschichte, Musik, Architektur) und Civil Society in the Baltic Region, auf die ich schon sehr gespannt bin!
Hyvää yöta! Guten Abend!

Mittwoch, 10. September 2008

Minä asun Joensuussa (Ich wohne in Joensuu)

Tervetuola! Welcome!
Jetzt nehm ich mir endlich mal Zeit meinen Blog zu starten. Ich bin seit Sonntag, 31. 8. in Joensuu, wo ich studieren werde. Vorher war ich noch das Wochenende über in Helsinki, um mir Lucia's Unterkunft für das nächste Semester anzuschaun. Nach ca 5 Stunden Zugfahrt bin ich dann Sonntag Nachmittag von meinen beiden Tutorinen Heini und Hanni am Bahnhof in Joensuu abgeholt worden. Gottseidank mit Auto, denn meinen 24 kg schweren Koffer wollte ich nirgends hinschleppen. Die beiden haben mich in meine Wohnung gebracht, die ungefähr 4 km außerhalb des Sadtzentrums liegt. Joensuu hat fast 60.000 Einwohner und viele davon sind Studierende an der Universität hier. Es liegt an einem großen See, überhaupt mitten im Seengebiet und ist die Hauptstadt von dieser Gegend hier, nämlich Karelien.
Ich teile meine Wohnung mit einer Nepalesin, die schon seit einem Jahr hier ist und einer Finnin, die schon seit 3 Jahren hier in Joensuu studiert, aber gerade erst in diese Wohnung gezogen ist. Die Finnin sehe ich selten, da sie viel zu Hause ist, vor allem am Wochenende. Außerdem studiert sie Forestry und hatte letzte Woche einen Kurs, bei dem sie jeden Tag im Wald war, um zu lernen wie man Bäume mit Motorsägen umschneidet. Auf dem Bild rechts sieht man mein Haus, der Eingang ist ganz rechts. Leider war für mich kein Survival Package der Student Union mehr übrig, deshalb war mein Zimmer komplett leer, bis auf Bett, Tisch und Kasten. Ich habe die ersten paar Nächte im Schlafsack geschlafen, bis ich in den verschiedensten Second Hand Shops Decke, Polster, Bettwäsche und etwas Geschirr zusammengesucht habe. Inzwischen ist es hier schon richtig wohnlich. Außerdem habe ich im Second Hand Shop ein Fahrrad gekauft, was sehr wichtig war, denn Busse kosten hier €2,90 für eine einfache Fahrt und es ist nie so ganz klar wann sie bei einer Haltestelle sind.
Letzte Woche hatten wir auf der Uni nur Orientation Week, das heißt sie haben uns über die wichtigsten Dinge informiert und außerdem hatten wir schon unsere ersten Finnischstunden. Zumindest kann ich mich jetzt auf Finnisch vorstellen. Diese Woche ist dann der richtige Finnisch Kurs "Finnisch I" losgegegangen. Am Montag waren wir außerdem zu einer Hiking Tour eingeladen, die zwar nur 5 km lang war, aber quer durch den Wald über glitschige Steine und Wurzeln ging, also hat es doch eine Weile gedauert, bis wir beim Lagerfeuer waren. Bis jetzt kenne ich vor allem die Leute aus meine Tutoring Gruppe. Wir sind 10 Mädchen, die von 2 Finninnen betreut werden. Die größten Gruppen an Erasmus Studierenden hier in Joensuu sind aus Polen (30 Leute) und Deutschland (29 Leute), das bedeutet, dass ich eigentlich doch recht viel Deutsch rede. Aber die Uni-Kurse sind ja dann auf Englisch. Die Kurse sind hier so zielich alle geblockt. Ich habe bis ca. Mitte Oktober recht viel zu tun, bin fas jeden Tag auf der Uni und dann, im November, muss ich manchmal nur einmal die Woche auf die Uni. Trotzdem werde ich wahrscheinlich täglich rein fahren, weil das Essen in der Mensa gut und billig ist. Wir zahlen €2,25 für eine Hauptspeise, bei der man sich meistens so viel nehmen kann, wie auf den Teller passt. Außerdem gibt es dazu immer Salat Buffet und Brot und Butter zum selber nehmen.
Auf dem Foto links sind Teile unser Tutorin-Gruppe zu sehen. Ganz links Katleen aus Deutschland mit der ich mich recht gut verstehe, rechts daneben Martina aus Tschechien, hinter ihr Heidi, die Schwester einer unserer Tutorinnen. Die dunkelhaarige in der Mitte ist Chandra aus Deutschland, rechts daneben Heini, eine der Tutorinnen und Marloes aus den Niederlanden.
Gestern waren wir zu einem Empfang von der Stadt Joensuu geladen, wo es Essen (Karelische Piroggen-wahnsinnig gut) und Musik gab. Das ganze fand im Carelicum statt, wo auch die Tourist Information und das Stadtmuseum sind. Wie schon von der Frau des Tourismusbüros vorhergesagt wurde, waren wir von der Kinderabteilung des Museum begeistert und nun habe ich irrsinnig viele Fotos von Leuten, die sich in winzige Holzhäuser zwängen, in kleinen Küchen Tee ausschenken oder in einem Einkaufsladen andere Studierende bedienen. Oder die wie Marloes, Katleen und ich das Piratenschiff erkunden, auf dem man sich auch verkleiden konnte. Wer mehr Fotos sehen will, soll auf StudiVZ oder Facebook nachschauen. Heute war ich zum ersten Mal im Alko, in dem einzigen Geschäft, in dem man hier Alkohol kaufen kann, weil wir für die Get-to-know-eachother Party unsere eigenen Getränke mitbringen müssen. Ich habe sogar Wein aus Österreich (Itävalta), aus dem Kremstal gefunden, aber €11 wollte ich dann doch nicht ausgeben. Ich werde mich jetzt an meine Finnisch Hausübung machen, denn da muss ich bis morgen noch einen Text schreiben und 3 kurze Texte lesen. Ich hoffe, ihr habt jetzt einen ersten Eindruck von meinem Leben hier bekommen und ich bemühe mich, euch auf dem laufenden zu halten. Übrigens habe ich heute meinen Wahlzettel bekommen, also muss ich mich heute noch entscheiden und vielleicht noch ein paar TV-Konfrontationen anschaun.

Dienstag, 9. September 2008

Joensuu

Hallo
Bin jetzt schon länger da, doch der Blog funktioniert einfach noch nicht so wirklich!