Sonntag, 26. Oktober 2008

The ricecrackers made fire!




Ich habe gerade Franz zur Bushaltestelle gebracht und sein Flugzeug richtung Helsinki startet jetzt auch gleich. Es war ganz ganz toll, ihn für 9 Tage dagehbat zu haben, obwohl das Wetter meistens so schlecht war, dass wir nicht allzu viel unternommen haben. Aber wir waren beim Eishockey Match (ich jetzt schon zum 2. Mal) und diesmal war es echt toll. Beim ersten Mal war die Stimmung nicht so gut und wir haben schon gedacht, dass das an den emotionslosen Finnen liegt, aber diesmal war es um einiges besser. Und Joensuu hat schon wieder 6:1 gewonnen! Anscheinend hat in der Nähe von uns, jemand im Publikum einen Puck auf die Nase bekommen, aber das haben wir gar nicht mitbekommen (so wie die meisten Tore, Eishockey ist mir fast zu schnell).
Am 23. Habens wir dann doch geschafft, dass wir aus Joensuu rauskommen, nämlich zum Nationalpark Koli. Wir haben ein Auto gemietet, leider erst ab 11:30 Uhr, dafür um nur € 28,- und sind die 70 km zu fünft gefahren. Katleen und ihr Freund, der auch gerade zu Besuch ist waren mit und Marlois traute sich mit 2 Pärchen einen Ausflug zu unternehmen. Koli gilt als einer der schönsten Nationalparks der Umgebung und wir hatten auch noch Glück mit dem Wetter. Es war zwar kalt, aber es hatte seit einem Tag nicht mehr geregnet, das heißt, es war ziemlich trocken. Nachdem wir erst zu Mittag ankamen, suchten wir gleich nach einer Feuerstelle. Zuerst gingen wir noch beim höchsten Punkt (347 m) vorbei, um ein paar Fotos zu schießen. Nach ca. 2 km Wanderung kamen wir zur Feuerstelle und versuchten mit feuchtem Holz und gegen den Wind ein Feuer zu starten. Marlois ist der festen Ansicht, dass es letzthin ihre Reiswaffeln waren, die für den Erfolg des Feuers verantwortlich waren. Nach dem wir schon fast erfroren sind, konnten wir endlich Wilhelm (die Würstl) grillen und Tee kochen, der uns auch wieder aufgewärmt hat, nur der Rum hat gefehlt. Um 16 Uhr ist dann auch noch die Sonne herausgekommen und wir hatten einen wunderschönen Blick auf den See und die vielen Wälder.
Auch gestern in Joensuu hatten wir noch wunderbares Wetter, genau richtig zum, am See spazierengehen und doch nch ein bisschen sightseeing.
Außerdem haben wir uns letzte Woche noch Sissi hier im Kino angeschaut, es war nämlich deutschsprachige Woche, mit Filmen aus der Zeit zwischen den 2 Weltkriegen. Deutsch mit finnischen Untertiteln :-) Wir haben oft gekocht und zwei Spieleabende gemacht, weil Katleen endlich Spielkarten gekauft hat.
Und ich hab meine erste Note auf einen Universitätskurs bekommen, einen 5er auf Finnisch (die beste Note hier). Und übrigens, gilt meine österreichische Handynummer ab heute nicht mehr, wenn ich wieder zurück bin bekomme ich dann eine neue.
Und jetzt muss ich dann noch meine Präsentation für Dienstag vorbereiten, ich bin ja zum Studieren hier.

Montag, 13. Oktober 2008

Go to Kuopio!

Sogar auf der Uni hab ich das jetzt schon gelernt. Joensuu war zur Zeit der Stadtgründung 1848 ein Ort mit matschigen Straßen an dem nichts los war. Im Reiseführer damals stand über Joensuu: Streets are a swamp, nothing to see, go to Kuopio. Heute ist auch noch nicht allzu viel los hier. Tage an denen es nur regnet und alles matschig ist, schlagen mir ein bisschen aufs Gemüt und es wird jeden Tag um 3 Minuten früher dunkel. Wir stehen gerade bei 17:45 Uhr. Trotzdem gibt es manchmal auch noch ein paar Sonnentage, was die Laune aller dann wieder hebt. Vorletztes Wochenende hat Lucia den weiten Weg von Helsinki in die Wildnis gewagt. Wir haben den Samstag im Kino verbracht, da Filmfestival war. Es wurden verschiedene kurze Dokumentarfilme gezeigt, wobei auch immer der Regisseur/die Regisseurin anwesend war, für nachträgliche Diskussionen. Interessant aber anstrengend. Letztes Wochenende habe ich am Samstag das international Dinner besucht. JedeR sollte ein spezielles Gericht aus seinem Heimatland mitnehmen und ich habe mich an Topfengolatschen versucht. Die Spanier waren dabei sehr einfallslos und haben ca. 5x spanische Tortilla gebracht. Interessant war auch das Kanadische Gericht: Chips with cheese and gravy.
Sonst gibt es eigentlich wirklich nicht viel Neues zu berichten und ich schreibe eigentlich nur einen neuen Eintrag, weil ich Beschwerden bekommen habe, dass es in meinem Blog gerade so ruhig ist. Die meiste Zeit verbringe ich zuhause mit Lernen, da am Donnerstag mein Finish exam ist und ich auch noch eine presentation für Orient meets Occident gemeinsam mit einem Russen vorbereiten muss. Und ich will Lernzeug aus dem Weg schaffen, weil ich ja am Freitag BEsuch bekomme. Ach ja, übrigens will ich mich hier ganz öffentlich bei Thomas bedanken für seine Kommentare, deren Übersetzung zwar manchmal keinen Sinn ergibt, aber über die ich mich trotzdem freue.
Und in der Uni ist letzte Woche auch etwas seltsames passiert. 2 Tage nach der Holzfäller-Messe, waren lauter Frauen mittleren Alters da, es wurden Schuhe verkauft und es war mitten in der Aula des Hauptgebäude ein Sesselkreis, dessen Aufschrift wir mit Gemeinschaftsmassagetherapie übersetzt haben. Leider haben wir nicht mit eigenen Augen nachprüfen können, ob da wirklich mitten in der Öffentlichkeit massiert wird.
Das wars auch schon wieder von mir, zurück zu meinen Texten.
Näkemiin! Auf Wiedersehen!

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Schon ein ganzes Monat......


...bin ich jetzt hier. Mein Finnisch ist immer noch so beschränkt, dass ich nur anhand der Bilder auf den Packungen raten kann, was drinnen ist, aber nachdem ich immer in der Mensa esse, kaufe ich eh keine so extravaganten Dinge.
Zum Starten wieder mal was über die Uni: Am Freitag habe ich schon mein erstes exam, wird aber nicht so schwierig werden. Außerdem beginnt morgen wieder ein neuer Kurs. Am Dienstag war große Holzfällermesse in der Uni, was sich daran gezeigt hat, dass solche Maschinen, wie auf dem Foto vor dem Hauptgebäude standen. Leute, die sich mit Bäumen auskennen, wissen vielleicht wofür man sowas braucht.
Wir genießen hier die letzten schönen Herbsttage mit täglicher Sonne und buntgefärbten Blättern. Temperaturen sind immer unter 10 Grad, das kälteste war letzten Freitag früh, als es um 9 Uhr vormittags noch -1 Grad hatte und ich mit dem Fahrrad zur Uni musste. Das war auch der erste Tag für meine Strumpfhose. Freitag nachmittag bin ich dann mit dem Zug nach Helsinki zu Lucia gefahren, die mich am Bahnhof verdattert angeschaut hat und gefragt hat, ob es bei uns wirklich so kalt ist. In Helsinki war es nämlich ca. 10 grad wärmer!
Samstag waren wir dann in Tallinn, und wir sind eindeutig noch keine wahren Finnen, denn wir sind nicht nur wegen des billigen Alkohols gefahren. Tallinn ist eine nette kleine Stadt, mit reichlich Touristen, die durch das mittelalter feeling angelockt werden. Manchmal wirkt dieses ganze Mittealter Getue etwas übertrieben, also so in etwa Medieval Disney World. Und geht nicht ins Olde Hansa essen, wenn ihr Hunger habt. Das Essen war zwar gut und das Honigbier interessant, aber 2 Stunden auf sein Essen zu warten, ist schon etwas lang. Dafür sind die KellnerInnen in mittelalterlichen Kostümen, man trinkt aus Tongefäßen und die deutsche Karte ist in altem Deutsch geschrieben. Sonntag haben wir uns dann die Wahlergebnisse im Livestream angeschaut und ich will dazu kein Kommentar abgeben. Österreich ist gottseidank kein so ein großes Land, dass ich hier drauf angesprochen werden würde, oder ich kenne einfach keine politikinteressierten Leute, aber das ist mir auch ganz recht so.
Schlussendlich noch zu heute Abend. Eine finnische Studentin in Joensuu, die auch viel in der international section der student union (so wie das Linzer REFI) mitarbeitet, organisiert den Finnish Link. Das sind Abende bei denen den Austauschstudierenden die finnische Kultur nähergebracht werden soll. Heute stand Kochen am Programm und wir haben Lachssuppe, Brot und Apfelkuchen gemacht. Alles sehr sehr lecker und ich hab die Rezepte bekommen, also vielleicht komme ich daheim ja mal dazu. In den nächsten Terminen steht ein finnischer Film am Programm, wir lernen wie man Pulla backt, gehen vielleicht in die Sauna, etc. Das einzige Problem ist, dass sich heuer so viele Studierende dafür interessieren und sie nicht damit gerechnet haben, da es letztes Jahr immer nur so 10 waren. Aber was soll's: the more, the merrier!
In Österreich beginnt ja jetzt auch bald die Uni, also viel Spaß allen Studierenden daheim und ich beneide die Leute im KHG-Heim, das geht mir nämlich schon ab! Hyvää Yötä! Gute Nacht!