Freitag, 21. November 2008

Tervetuloa Suomessa! Willkommen in Finnland!


Aber jetzt so richtig! Seit Samstag Nacht schneit es fast ununterbrochen und inzwischen ist alles weiß. Der ewigen Regen hat aufgehört und wir haben nicht mehr 4°, sondern -4°. Endlich kann ich meine dicken Pullover, Strumpfhosen und Thermo-Unterwäsche anziehen und am Sonntag kommt Santa Clause nach Joensuu. Da wird auch die Weihnachtsbeleuchtung zum ersten Mal eingeschaltet und es gibt einen Markt mit local handicrafts und hoffentlich heißem Glöggi.
Bei mir hat sich in den letzten 2 Wochen nicht sehr viel getan. Ich sollte eigentlich für mein book exam am 12. Sezember lernen, aber ich finde mir immer etwas Besseres zu tun. Am Dienstag als ich zum ersten Mal mit meinem Rad in den Schnee hinaus musste, hab ich in der Früh etwas gejammert und dann hat das Rad bei der Uni gleich einen Patschen gehabt. Ich hab es am Mittwoch aber gleich in der Werkstatt reparieren lassen und fahre fleißig meine ca. 8km bei Straßen voller Schnee und Minusgraden. Andere lassen ihr Fahrrad da lieber stehen.
Heute Mittag war ich mit Katleen und Marlois fast 2 Stunden lang mit dem Rad im Schnee am See, bis wir fast erfroren sind. Gerade Marlois war begeistert, weil es in Holland anscheinend nie so viel Schnee gibt. Die ersten LAngläufer sind auch schon unterwegs und wir haben ein paar tolle Fotos gemacht. Wer sich durch alle kämpfen will, kann wieder auf den Link "Meine Fotos" gehen. Außerdem haben wir dann noch unsere Reise nach Lappland geplant, die ja auch bald am Kalender steht. Nächstes Wochenende bin ich noch in Helsinki und zeige meinem Besuch aus Linz (Lena und Maria Regina mit 2 Freundinnen) meine jetzige Hauptstadt. Wenn ich am Dienstag heimkomme, geh ich zur Uni und in der Nacht fahren wir mit dem Auto los nach Lappland. Da wirds dann noch ein bissl kälter und nachdem Marlois den Autovermieter so angeflirtet hat, bekommen wir das Auto richtig billig. ;-) Aber eigentlich muss ich ja gar nicht mehr nach Lappland, nachdem der Weihnachtsmann am Sonntag eh in Joensuu ist, aber vielleicht hat er ja Rudolph nicht mit.
Ich wünsch euch daheim auch bald Schnee. Das ist soooo schön!!

Dienstag, 11. November 2008

But I don't want the Beatles inside!

Matrjoschkas bekommt man nämlich in St. Petersburg in allen Farben und Formen. Eben auch mit den Beatles oder mit russischen Präsidenten. Stalin war die kleinste Figur, kaum mehr erkennbar. Außerdem haben wir bei einem Souvenirstand ein Schachspiel gesehen, bei dem die Bauern der einen Seite russische und die der anderen Seite amerikanische Präsidenten waren. Wenns nicht so teuer gewesen wäre, hätte es eine der Deutschen fast gekauft.
St. PEtersburg wäre ja eigentlich gar nicht so weit weg, doch trotzdem haben wir fast 11 Stunden mit dem Bus gebraucht. Erstens war in Joensuu um 6 Uhr in der Früh Glatteis, dann darf man in Finnland auch auf schnürlgraden Straßen mitten in der Pampa nur 80 km/h fahren. Außerdem muss der Busfahrer gesetzlich vorgeschrieben einige Pausen machen und dann ist man an der Grenze. Einmal aussteigen und den Pass den Finnen zeigen, dann weiterfahren. Dann einen Russen einsteigen lassen und ihm zeigen, dass jeder einen Pass mithat, dann weiterfahren. Dann bei den Russen aussteigen und sich anstellen. Dann den Russen den Pass und das Visum zeigen und sie mindestens eine Minute was in den Computer eintippen lassen und dann einen Stempel bekommen. Dann weiterfahren. Dann einen Russen einsteigen lassen und ihm zeigen, dass eh jeder einen Stempel in seinen Pass bekommen hat. Der Reiseleiter war in unserem Bus, er hat das Unternehmen gegründet, dass diese Studentenreisen nach Russland organisiert und hat uns viel über Wodka und Party erzählt. "Welcome Joensuu Party People!"
In St. Petersburg waren wir in einem riesigen 3 Sterne Hotel, gleich neben MacDonalds und einem finnischen Supermarkt. Die Zimmer waren schön, nur das Wasser etwas braun und stinkig, aber wir hatten sogar einen Fernseher im Zimmer. Und dann ging das Programm gleich los. Sarah und ich hatten uns für das Russian Dinner eingetragen und ich muss sagen, das Essen war gut. In einem Restaurant hätte ich nicht gewusst, was ich echt russisches bestellen sollte. Den anderen ist es so ergangen, die waren am ersten Abend essen, in einem Restaurant, in dem niemand Englisch konnte. Nach langen Gesprächen mit Händen und Füßen haben sie alle Fleisch bekommen. Aber sonst nichts, anscheinen muss man in Russland Beilagen extra bestellen! Bei unserem Russian Dinner waren russische Folklore Showeinlagen dabei, etwas peinlich touristisch, aber nach genügend Wodka fanden wir auch deren Spiele lustig. Am nächsten Tag wieder Sightseeing, Katharinen Palast und Cathedral of Spilled Blood. Abends dann Bootsfahrt auf der Neva mit Soviet Champagne. Am nächsten Tag dann Peter und Paul Festung und St. Isaac's Cathedral und dann noch Heremitage und dann waren wir so gut wie tot. Nachts dann noch Nightclub und am Sonntag zu mittag ging es schon wieder zurück nach Joensuu. Mir ist das alles etwas zu schnell gegangen, so dass ich gar nicht viel über die Stadt sagen kann. Ich kann nicht mal sagen, ob sie mir gefallen hat. Eigentlich glaube ich, dass sie mir gefallen könnte, wenn ich mehr Zeit dort verbringen würde. Die Gegensätze dort sind schockierend. Bei der Einfahrt sieht man Viertel, die nur voll sind mir riesigen scheußlichen Wohnblocks, die sogenannten Sleeping Quarters. Es gibt dort nichts außer Wohnungen, die Leute schlafen dort nur und verbringen das restliche Leben in der Stadt. Alles sieht etwas ärmlich und heruntergekommen aus und dann ist man in den Palästen und kann sich vor lauter Gold kaum retten. Dort sieht man Luxus pur und die ganzen Gemälde in der Heremitage, man könnte dort Wochen verbringen!
Was sonst noch dort passiert ist: Wir waren in eine Rauferei mit einer besoffenen Russin vor einem Nightclub verwickelt, unser Bus wurde fast von einem Zug gerammt und Sarah und ich haben die unfreundlichste Supermarkt Kassiererin der Welt getroffen. Außerdem war es noch ein Abenteuer vom Nightclub nachhause zu kommen, da in St. Petersburg jedes Auto ein potenzielles Taxi ist. Man sagt dem Fahrer einfach, wo man hin will und wieviel man zu zahlen bereit ist und man wird mitgenommen. Hier haben uns meine spärlichen Russisch Kenntnisse weitergeholfen und wir sind sicher ins Hotel gekommen. Bei der Rückfahrt hatten wir Glück, da nicht unser ganzes Gepäck von den Finnen durchsucht wurde, sondern nur die Russen wieder mindestens viermal unsere Pässe und Stempel sehen wollten. Das hat uns Zeit gespart, obwohl die Busfahrt trotzdem wahnsinnig lang und anstrengend war. Auf der Heimfahrt haben wir noch Halt in Viipuri/Vyborg gemacht. Einst eine der schönsten mittelalterlichen Städte Finnlands gehört es nun zu einem der ärmsten Teile Russlands-Russisch Karelien. Die einstige Schönheit kann man nur noch erahnen, doch die Finnen halten die Erinnerung an "ihr" Viipuri aufrecht.
HEute früh hatte ich wieder mal ein exam und morgen nutze ich endlich, um mich von der Reise zu erholen. Muss das ganze mal verarbeiten, aber ich war jetzt in Russland und im Rückblick und beim Fotos anschauen denke ich, dass es schon eine schöne Stadt ist. Auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man die Einreiseschwierigkeiten in Kauf nimmt. Und ich habe einen Vorarlberger und einen Linzer im Hotel getroffen, die studieren in Lapeenranta, einer finnischen Stadt gleich an der Grenze und waren mit den Lapeenranta Party People in St. Petersburg. Ach ja, die restlichen Fotos gibts beim link "Meine Fotos" links oben, der jetzt eigentlich funktionieren sollte.
До свидания

Mittwoch, 5. November 2008

WE HAVE SNOW !!!!!

Der erste Schnee! Juchheeee!
Manche von euch wissen, wie sehr ich mich immer über den ersten Schnee freue, vor allem die, die ich um 8 Uhr früh deshalb aufgeweckt habe oder die, die im Finstern mit mir spazieren und Schneemann bauen gehen mussten. Wir sind gerade vom Pulla backen vor das Haus gekommen und es hat tatsächlich geschneit. Etwas kalt beim heimradeln, aber das kann die Freude nicht trüben und unsere Bäuche waren ja noch voll mit warmem Kaffee und warmen Pulla. Vielleicht ist es ja weiß draußen, wenn wir Sonntagabend von Helsinki wieder heimkommen! Gut, dass ichs chon draußen war, denn hier wüsste ich niemanden, den ich überreden könnte mit mir im Schnee spazieren zu gehen ;-)

Dienstag, 4. November 2008

We want snow!

Der Schnee lässt auf sich warten. Anscheinend ist er heuer später dran, obwohl der erste Schnee im November eh nicht so toll ist. Schmilzt gleich wieder.
Was sich sonst noch so getan hat:
Von Donnerstag bis Samstag war ich in Helsinki. Erstens um Lucia zu besuchen und um ihren GEburtstag zu feiern und außerdem hat die Developement Section der Student Union einen Ausflug nach Helsinki organisiert, um verschiedene Organisationen zu besuchen und kennenzulernen. Die Finnen hatten alle nicht wirklich Zeit oder waren krank, also waren es im Endeffekt nur 2 Finninnen und 4 internationals, alles Mädchen. Am Donnerstag waren wir bei UNICEF und Amnesty International und Freitag standen dann die Association for
Promoting Fairtrade in Finland und das Ministry for Foreign Affairs auf dem Programm. Das ganze hat mich sehr an eine Februarexkursion der KHJ erinnert.
Freitag Abend waren Lucia, Elisabeth und ich bei einer Halloween Party von Lucias Freunden aus Kanada eingeladen. Halloween ist dort anscheinend wirklich wichtig, da die zwei ca. 2 Wochen lang ihre Ein-Zimmer-Wohnung dekoriert haben. Es war echt toll mit Spinnen und Grabsteinen an der Wand, einer Leiche in der Dusche und echtem Halloween Essen, wie abgehackten Fingern und Gemüse mit Gehirn. Elisabeth und ich hatten komplimentäre Kostüme. Sie war ein Human Target ich der Human Target Hunter. Die tollen Prinzessinnenkrönchen auf unsern Köpfern stammen noch von der Geburtstagsfeier in der Nacht vorher, als wir um 12 Uhr Mitternacht Torte gegessen haben und Lucia ihre Geschenke während einer Skype Konferenz mit daheim ausgepackt hat. Rechts sieht man unsere Gastgeberin beim Torte anschneiden. Die restlichen Fotos sind im Link bei "Meine Fotos" zu besichtigen.
Am Sonntag habe ich nach der Kirche wieder einen neuen Finnen kennengelernt und wieder neue Dinge über Finnland erfahren. Zum Beispiel gibt es in der Nähe von Joensuu, in Irgendwas-lahti, hab mir den NAmen leider nicht gemerkt, ein großes Langlaufzentrum, dass schon seit einem Monat offen hat. Wie das geht ohne Schnee? Hab ich mich auch gefragt. Die Strecke wird durch ein Kühlsystem unter den Loipen auf die richtige Temperatur gebracht und den Schnee hat man vom Vorjahr aufgehoben und muss ihn jetzt nur wieder auf die Loipen verteilen. Die spinnen, die Finnen! Außerdem gibt es anscheinend auch einige unterirdische Loipen in Finnland, die jetzt schon in Betrieb sind. Wär ja auch ganz interessant, das einzige Problem ist, dass hier alles so weit weg ist. Die nächste größere Stadt ist Kuopio und die ist schon 2 Stunden Busfahrt weit weg.
Anderes Thema. Am nächsten Sonntag stehen wir bei einem Sonnenaufgang um 8 Uhr und Untergang um 15:29 Uhr. Immer noch eine Verschiebung von 3 Minuten pro Tag, also kann ich mir ausrechnen, was mich im Dezember erwartet *freu*. Finnland ist eindeutig kein Land in dem ich für immer wohnen will. Gut, dass ich das jetzt ausgetestet habe. ;-) Ich weiß jetzt auch, warum Radfahrer hier nie auf der Straße, sondern immer nur am Gehsteig oder auf gesonderten Radwegen fahren. Anders wäre es einfach zu gefährlich. Viele fahren ohne Licht, sind dunkel angezogen und man sieht sie kaum. Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin tauch wie aus dem Nicht plötzlich wieder dunkle Schatten irgendwo auf.
Zu erfreulicheren Themen: Heute hatten wir im Rahmen des Seminars on Finland between East and West zum 2. Mal Finnish Music und durften jeder auf einer Kantele, dem finnischen Nationalinstrument spielen und dazu Kalevala poems singen. Äußerst interessantes Instrument auf dem man nur 5 Töne spielen kann, glaub ich zumindest, denn so weit sind wir gekommen und ich könnte mir nichts anderes erklären. Ach ja, und 3 Akkorde. Perfektes Anfängerinstrument und meiner Meinung nach sollte man auch in Österreich Kinder lieber Kantele, als Blockflöte lernen lassen. Es gibt inzwischen auch Kanteles mit mehr Seiten und sogar elektrische, also ein ausbaufähiges Instrument.
Am Donnerstag gehts dann ab nach St. Petersburg, worauf ich mich wirklich schon sehr freue und morgen Nachmittag backen wir noch Pulla. Und übrigens bin ich nur noch 6 1/2 Wochen hier ud ich hab noch viel vor.
Hyvää yöta! Gute Nacht!