Dienstag, 11. November 2008

But I don't want the Beatles inside!

Matrjoschkas bekommt man nämlich in St. Petersburg in allen Farben und Formen. Eben auch mit den Beatles oder mit russischen Präsidenten. Stalin war die kleinste Figur, kaum mehr erkennbar. Außerdem haben wir bei einem Souvenirstand ein Schachspiel gesehen, bei dem die Bauern der einen Seite russische und die der anderen Seite amerikanische Präsidenten waren. Wenns nicht so teuer gewesen wäre, hätte es eine der Deutschen fast gekauft.
St. PEtersburg wäre ja eigentlich gar nicht so weit weg, doch trotzdem haben wir fast 11 Stunden mit dem Bus gebraucht. Erstens war in Joensuu um 6 Uhr in der Früh Glatteis, dann darf man in Finnland auch auf schnürlgraden Straßen mitten in der Pampa nur 80 km/h fahren. Außerdem muss der Busfahrer gesetzlich vorgeschrieben einige Pausen machen und dann ist man an der Grenze. Einmal aussteigen und den Pass den Finnen zeigen, dann weiterfahren. Dann einen Russen einsteigen lassen und ihm zeigen, dass jeder einen Pass mithat, dann weiterfahren. Dann bei den Russen aussteigen und sich anstellen. Dann den Russen den Pass und das Visum zeigen und sie mindestens eine Minute was in den Computer eintippen lassen und dann einen Stempel bekommen. Dann weiterfahren. Dann einen Russen einsteigen lassen und ihm zeigen, dass eh jeder einen Stempel in seinen Pass bekommen hat. Der Reiseleiter war in unserem Bus, er hat das Unternehmen gegründet, dass diese Studentenreisen nach Russland organisiert und hat uns viel über Wodka und Party erzählt. "Welcome Joensuu Party People!"
In St. Petersburg waren wir in einem riesigen 3 Sterne Hotel, gleich neben MacDonalds und einem finnischen Supermarkt. Die Zimmer waren schön, nur das Wasser etwas braun und stinkig, aber wir hatten sogar einen Fernseher im Zimmer. Und dann ging das Programm gleich los. Sarah und ich hatten uns für das Russian Dinner eingetragen und ich muss sagen, das Essen war gut. In einem Restaurant hätte ich nicht gewusst, was ich echt russisches bestellen sollte. Den anderen ist es so ergangen, die waren am ersten Abend essen, in einem Restaurant, in dem niemand Englisch konnte. Nach langen Gesprächen mit Händen und Füßen haben sie alle Fleisch bekommen. Aber sonst nichts, anscheinen muss man in Russland Beilagen extra bestellen! Bei unserem Russian Dinner waren russische Folklore Showeinlagen dabei, etwas peinlich touristisch, aber nach genügend Wodka fanden wir auch deren Spiele lustig. Am nächsten Tag wieder Sightseeing, Katharinen Palast und Cathedral of Spilled Blood. Abends dann Bootsfahrt auf der Neva mit Soviet Champagne. Am nächsten Tag dann Peter und Paul Festung und St. Isaac's Cathedral und dann noch Heremitage und dann waren wir so gut wie tot. Nachts dann noch Nightclub und am Sonntag zu mittag ging es schon wieder zurück nach Joensuu. Mir ist das alles etwas zu schnell gegangen, so dass ich gar nicht viel über die Stadt sagen kann. Ich kann nicht mal sagen, ob sie mir gefallen hat. Eigentlich glaube ich, dass sie mir gefallen könnte, wenn ich mehr Zeit dort verbringen würde. Die Gegensätze dort sind schockierend. Bei der Einfahrt sieht man Viertel, die nur voll sind mir riesigen scheußlichen Wohnblocks, die sogenannten Sleeping Quarters. Es gibt dort nichts außer Wohnungen, die Leute schlafen dort nur und verbringen das restliche Leben in der Stadt. Alles sieht etwas ärmlich und heruntergekommen aus und dann ist man in den Palästen und kann sich vor lauter Gold kaum retten. Dort sieht man Luxus pur und die ganzen Gemälde in der Heremitage, man könnte dort Wochen verbringen!
Was sonst noch dort passiert ist: Wir waren in eine Rauferei mit einer besoffenen Russin vor einem Nightclub verwickelt, unser Bus wurde fast von einem Zug gerammt und Sarah und ich haben die unfreundlichste Supermarkt Kassiererin der Welt getroffen. Außerdem war es noch ein Abenteuer vom Nightclub nachhause zu kommen, da in St. Petersburg jedes Auto ein potenzielles Taxi ist. Man sagt dem Fahrer einfach, wo man hin will und wieviel man zu zahlen bereit ist und man wird mitgenommen. Hier haben uns meine spärlichen Russisch Kenntnisse weitergeholfen und wir sind sicher ins Hotel gekommen. Bei der Rückfahrt hatten wir Glück, da nicht unser ganzes Gepäck von den Finnen durchsucht wurde, sondern nur die Russen wieder mindestens viermal unsere Pässe und Stempel sehen wollten. Das hat uns Zeit gespart, obwohl die Busfahrt trotzdem wahnsinnig lang und anstrengend war. Auf der Heimfahrt haben wir noch Halt in Viipuri/Vyborg gemacht. Einst eine der schönsten mittelalterlichen Städte Finnlands gehört es nun zu einem der ärmsten Teile Russlands-Russisch Karelien. Die einstige Schönheit kann man nur noch erahnen, doch die Finnen halten die Erinnerung an "ihr" Viipuri aufrecht.
HEute früh hatte ich wieder mal ein exam und morgen nutze ich endlich, um mich von der Reise zu erholen. Muss das ganze mal verarbeiten, aber ich war jetzt in Russland und im Rückblick und beim Fotos anschauen denke ich, dass es schon eine schöne Stadt ist. Auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man die Einreiseschwierigkeiten in Kauf nimmt. Und ich habe einen Vorarlberger und einen Linzer im Hotel getroffen, die studieren in Lapeenranta, einer finnischen Stadt gleich an der Grenze und waren mit den Lapeenranta Party People in St. Petersburg. Ach ja, die restlichen Fotos gibts beim link "Meine Fotos" links oben, der jetzt eigentlich funktionieren sollte.
До свидания

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Fotolink funktioniert --> wow!!!