Montag, 8. Dezember 2008

Weihnachtszeit und Joulupukki



Ich war in letzter Zeit nicht viel zuhause, das entschuldigt vielleicht, warum sich auf meinem Blog nichts Neues tut. Die Weihnachtszeit beginnt hier schon früh. Am 23. Novemeber hatten wir schneesturm hier in Joensuu. Trotzdem kam Joulupukki (= Weihnachtsmann) mit seiner Frau hierher. Kleine Kinder haben in Eiseskälte eine halbe Stunde lang auf der Bühne Weihnachtslieder gesungen und es waren erstaunlich viele Leute da, aber die Finnen sind das wahrscheinlich gewöhnt. Wir haben dann nach dem Feuerwerk auch noch Santa und seine Frau um ein Foto gebeten.
Am nächsten Wochenende war es aber dann gleich wieder richtig warm, das heißt Plusgrade und keine Strumpfhose zum Radfahren und ich bin wieder mal nach Helsinki gefahren, um das Wochenende mit meinem Besuch aus Linz zu verbringen. Lena und Maria und 2 ihrer Freundinnen sind nämlich zu mir gekommen. Wir hatten furchtbares Wetter, Regen die ganze Zeit und deswegen waren wir jetzt eigentlich doch nicht so viel Sightseeing. Die Rock Church und das Olympia-Stadium standen am Programm und am Sonntag waren Lena, Maria und ich in der deutschen katholischen Messe. Dort unten im Pfarrsaal haben wir dann beim Hinausgehen etwas bekanntes aus der Heimat entdeckt. Am Samstag waren wir auf der Festungsinsel Suomenlinna, da dort die Christmas Season mit Kanonenschuss eröffnet wurde. Es gab auch einen Weihnachtsmarkt, der aber im Vergleich mit unseren Weihnachtsmärkten enttäuschend klein war. Ich bin schon gespannt wie der in Helsinki aussehen wird. Am Montag habe ich de Mädls wieder in den Bus zum Flughafen gesetzt und bin selbst wieder die 5 Stunden Zug in die Heimat gefahren.
Und Dienstag abend habe ich dann bei Katleen in der Innenstadt von Joensuu geschlafen, da wir um 3 Uhr in der Früh nach Lappland aufgebrochen sind. Wir hatten anfangs wirklich schlechte Straßenverhältnisse und es hat geschneit und dann bemerkte Marlois auch noch nach ca. 40 Minuten Faht, dass sie ihre Jacke zuhause vergessen hatte. Wir konnten sie gottseidank überzeugen, dass es blöd wäre noch mals umzukehren und so sind wir weiter nach Oulu gefahren. Dort ein kurzer Stadtrundgang und dann weiter nach Tornio, um kurz über die Finnisch-Schwedische Grenze gehen zu können. Leider haben wir nirgends ein Schild gefunden, auf dem Willkommen in Schweden oder so etwas Ähnliches steht, aber es war dann gleich nach der Grenze ein Ikea, den wir dann eben als Ersatz fotografiert haben.
Als wir dann endlich so gegen halb fünf in Rovaniemi ankamen, wollten wir nur noch in unser Cottage. Wir haben es auch gleich gefunden und es war ganz toll. Die Cottages hier sind immer mit Bad, Flachbildfernseher und Küche mit Mikrowelle und Kaffeemaschine ausgestattet, richtiger Luxus. Für 6 Uhr hatten wir die Sauna gebucht, was gerade das richtige war, nach einem langen Tag Autofahren. Und wie richtige Finnen, und wenn wir schon die Möglichkeit dazu hatten, haben wir auch mal ausprobiert wie es ist, sich zwischen den Saunagängen im Schnee zu wälzen. Also ich muss ehrlich zugeben, dass ich den See besser fand, aber es war eigentlich auch ganz angenehm.
Am nächsten Tag habe ich dann Lucia vom Bahnhof geholt (40 Minuten zu spät, weil ich verschlafen hatte :-( ) und dann sind wir in die Santa Clause Village gefahren. Kommerz pur, aber Santa's official post office war nett, da man dort ein paar der Briefe sieht, die jährlich an den Weihnachtsmann geschrieben werden. Einer war nur adressiert mit "Père Noel, Finlande" und ist trotzdem angekommen. Als wir dann den echten Santa Claus getroffen haben, war es etwas awkward. Ich rate jedem doch ein kleines Kind mitzunehmen, da der Weihnachtsmann, außer einiger "Hohohos" eigentlich nicht viel zu sagen hatte. Wir haben ihm dann noch beigebracht, wie man Frohe Weihnachten auf Holländisch sagt, falls mal Holländer vorbeikommen, aber dan haben wir ziemlich schnell die Flucht ergriffen. Katleen und Lucia waren dann noch in der Weihnachtsaustellung und Marlois und ich auf der Huskyfarm, aber ohne Huskyschlitten fahren, denn natürlich ist dort alles gleich wieder wahnsinnig teuer.
Schon am Freitag hieß es dann wieder das Cottage räumen und sich auf den langen Weg heimwärts zu machen. Wir haben uns dann auch noch verfahren und sind auf etwas kleineren Straßen gelandet, wo alles tief verschneit war. Die Landschaft dort war wunderschön, denn es sah alles so richtig winterlich aus. Wir hatten ja wahrscheinlich die wärmsten Dezembertage in Lappland erwischt, denn beim trip der student Union 2 Wochen früher hatten sie -15 Grad und bei uns waren es nur -2. Gut für Marlois, die sich zwar von Lucia eine Jacke ausgeborgt hatte, aber die für Fotos immer auszog, damit keiner merkt, dass sie so blöd war ihre Winterjacke nicht nach Lappland mitzunehemen. Und noch etwas gutes hatten die kleinen Straßen, wir haben endlich Rentiere gesehen. Und wie alle gescheiten Lebewesen hier in Finnland tragen auch sie Reflektoren!
Wahrscheinlich war das jetzt mein letzter Eintrag hier in diesen Blog, außer mich überkommt es nochmal über Abschiedsparties zu schreiben. Diese Woche muss ich lernen, da ich am Freitag mein letztes Exam habe und am Montag geht es schon ab nach Helsinki. Dort erträgt Lucia mich wieder mal für ein paar Tage und in 10 Tagen bin ich schon wieder zuhause. So schnell kann's gehen ;-)